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Sodbrennen

Sodbrennen – harmlos ?

In den letzten Jahren nimmt diese als Volkskrankheit zu definierende gastroösophageale Refluxerkrankung  massiv zu, obwohl sie  mit Medikamenten gut und nebenwirkungsarm behandelt werden kann. Eine Verbesserung der Lebensqualität und eine vermutlich sogar Vorbeugung eines bestimmten  Speiseröhrenkrebses ist dadurch möglich geworden.

25 Prozent der Bürger sind betroffen!

Wer hätte nicht schon einmal nach dem einem opulentem Mahl lästiges  Aufstoßen, ( „ Bäuerchen“ ) Völlegefühl oder Sodbrennen  bemerkt?  In zahlreichen Studien wurde gezeigt, dass mehr als 25% aller Bundesbürger an diesen Symptomen leiden, wobei ein krankhafter Wert diesen Symptomen nur zuzuordnen ist, wenn mehr als 3 mal pro Jahr derartige Beschwerden auftreten.

Häufiges Sodbrennen verschlechtert trotz potentiell sehr ernsthafter Erkrankung vordergründig nur die Lebensqualität. Der Betroffene versucht, durch Abstinenz von  Kaffee, Alkohol , fette Speisen und Süßigkeiten die Symptome zu lindern, manchmal werden auch leider frei verkäufliche Medikamente wie Natron etc genommen . Eine Diagnostik wird dadurch verschleiert, denn bei der Refluxkrankheit ist in 70 % der Fälle  ein Unterschied zwischen dem objektivem Befund und den subjektiven Beschwerdebild zu finden.

Auch vermeintliche Erkrankungen der Lunge und des Kehlkopfes sind sehr oft Folge der Refluxerkrankung und führen somit sehr häufig spät zur Diagnose durch den Facharzt.

Der Mechanismus der Refluxerkrankung

Die Speiseröhrenauskleidung  kann sich vor der aggressiven Salzsäure des Magens nicht schützen und reagiert mit Entzündung, wenn die an sich normal im Magen befindliche Säure in die Speiseröhre hoch läuft und eine lange Kontaktdauer hat. Durch eine Hochdruckzone des unteren Drittels der Speiseröhre wird die Speiseröhre normalerweise abgedichtet und nur beim Schluckreflex lässt die Speiseröhre Inhalt wie Flüssigkeiten nach unten in den Magen durch. Bei Refluxpatienten ist in aller Regel die Kraft in diesem Speiseröhrenbereich  nicht ausreichend und so kommt es zur Undichtigkeit. Bei längerer Kontaktdauer mit der Salzsäure des Magens (pH Wert  2!) entzündet sich dann die Speiseröhre interessanterweise mit einem individuell unterschiedlichem Bild, welches bei wiederauftreten der Erkrankung, (ca. 70% der Patienten) genauso wie im Erstbefund endoskopisch sich darstellt.

Neben der Schwäche der Hochdruckzone im unteren Speiseröhrendrittel ist aber auch alles, was mit einer Erhöhung des Bauchdruckes unterhalb des Zwerchfells einhergeht, wie Übergewicht und enge Kleidung als Risikofaktor zu definieren, Exogene Gifte wie Medikamente, Alkohol, Nikotin und Süßigkeiten spielen auch eine große Rolle.

Wie gesagt besteht ein Unterschied zwischen dem Befunden und dem objektiven Befund, somit haben die Patienten mit massiven Entzündungen oft kaum Beschwerden und umgekehrt. So kann es auch heute noch als Komplikation der Säureverätzung zu einer Enge in der Speiseröhre kommen und  durch die Säure und andere Faktoren (genetisch!) die Innenschicht der Speiseröhre sich in Darmschleimhaut umwandeln („Barett-Schleimhaut“). Diese stellt einen Risikofaktor für die Entwicklung von bestimmten Arten von Speiseröhrenkrebs dar. Der Zusammenhang  gilt als belegt, wobei das tatsächliche Risiko noch nicht im einzelnen festgelegt werden kann.

Einfach zu diagnostizieren

Die Erkrankung ist mit der Gastroskopie einfach zu diagnostizieren, wobei auch  sehr wohl ein krankhafter Reflux vorliegen kann und man bei der Magenspiegelung keine Entzündungen sehen könnte. Die Notwendigkeit einer Magenspiegelung sollte heute keinen Patienten mehr erschrecken. Erfahrene Untersucher wie Herr Dr. Theilmeier bieten Patienten die Untersuchung in Kurznarkose an, um die Würgereflexe und unbegründete Ängste auszuschalteten. Der Magen wird natürlich mituntersucht.

Die Behandlung

Diese Untersuchung dient der genauen Schweregradbestimmung der Erkrankung, woraus sich zielgerecht eine moderne Therapie mit der Option einer individuell zugeschnittenen Langzeitbehandlung einzuleiten. Heute stehen uns dafür hochwirksame Medikamente (Protonenpumpenhemmer) zur Verfügung, die selektiv im Magen die Salzsäurebildung unterdrücken und somit in nahezu allen Fällen die Patienten in ganz kurzer Zeit beschwerdefrei machen.

Wegen der risikoarmen Diagnose und Therapie ist es umso wichtiger, dass hier ohne Angst dieses auch geschieht, denn mit Sodbrennen ist nicht zu spaßen!!


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